Kreative Bauhaus-Künstlerinnen in der Parkstadt Schwabing

Female heritage

Female Heritage – Frauen und Erinnerungskultur

Female heritage

Das Bauhaus und seine Künstlerinnen. Bild: pixabay.com

Wenn wir an bedeutende Persönlichkeiten aus der Geschichte denken, fallen uns oft nur Männer ein. Auch in der Schule ging es im Geschichtsunterricht überwiegend über männliche Eroberer und Kämpfer wie Kolumbus oder Napoleon. Frauen haben auch viel geleistet in Wissenschaft, Politik, Kultur und anderen Bereichen. Die Naturwissenschaftlerin Marie Curie gewann z.B. als erste Frau gleich zweimal einen Nobelpreis in Physik und Chemie. Leider ist das nicht so bekannt.
Männliche Lektoren in den Verlagen entscheiden, was in die Geschichtsbücher kommt. Und wenn ich daran denke, wie Fußballer verehrt und vergöttert werden und im Gegensatz der Frauenfußball nur belächelt wird. Frauen machen die Hälfte der Bevölkerung aus und dennoch finden talentierte und begabte Künstlerinnen, Schriftstellerinnen, Regisseurinnen, Aktivistinnen und Wissenschaftlerinnen kaum Gehör. Junge, mutige Frauen wie die schwedische Klimaschutzaktivistin Greta Thunberg werden belächelt und verhöhnt.

Bauhaus in der Parkstadt Schwabing

In meinem noch recht jungen Münchner Stadtteil, der Parkstadt Schwabing, tragen auffallend viele Straßen Frauennamen: Anni Albers, Lilly Reich, Gunta Stölzl und Marianne Brandt. Das hat mich neugierig gemacht und ich wollte wissen, wer hinter diesen Namen steckt.
Ich wohne in der Marianne-Brandt-Straße. Marianne Brandt war eine Designerin, Fotografin, Malerin und Bildhauerin aus Chemnitz. Sie lebte von 1893 bis 1983 und gehörte zu den Künstlerinnen des Bauhauses. Einige ihrer Produktentwürfe in der Metallwerkstatt am Bauhaus sind Design-Klassiker geworden und werden heute noch nachgebaut. Ich bin stolz, dass ich in der nach ihr benannten Straße wohne.

Bauhaus-Künstlerinnen

Female heritage. Bild: pixabay.com

Alle Straßennamen aus meinem Stadtteil gehen auf Bauhaus-KünstlerInnen zurück. Die Innenarchitektin Lilly Reich (1885-1947) leitete die Ausbauwerkstatt und die Weberei in Dessau und später in Berlin. Nach der deutsch-amerikanischen Textilkünstlerin, Weberin und Grafikerin Anni Albers (1899-1994) wurde hier neben einer Straße die Tramstation benannt. Anni Albers gehörte zu den Künstlerinnen und Lehrerinnen des Bauhauses. In der NS-Zeit emigrierte sie in die USA, unterrichtete dort Weberei am Black Mountain College in North Carolina und war als Künstlerin tätig. Die Münchnerin Gunta Stölzl (1897 bis 1983) erneuerte maßgeblich als Weberin und Textildesignerin die Handwebkunst und war die erste Meisterin am Bauhaus. In internationalen Kunstsammlungen werden bis heute ihre Werke gezeigt.

Wenn man nachforscht, woher die weiblichen Straßennamen kommen, trifft man wirklich auf interessante Persönlichkeiten. Den Bauhaus-Stil finde ich toll und er spiegelt sich hier im Stadtteil in der Architektur wider. Wenn ich das nächste Mal Besuch bekomme von Nicht-MünchnerInnenn, werde ich eine Führung durch den Stadtteil geben und die Geschichte hinter den Straßennamen erklären. Gerade als Frau finde ich es schön, in so einer Straße und Gegend zu wohnen.
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Dieser Artikel ist ein Beitrag zur Blogparade der Münchner Stadtbibliothek zum Thema Frauen und Erinnerungskultur – Female Heritage.
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2 Kommentare

  1. Spannend! Ich war ab und zu auf kurzen Terminen in der Parkstadt Schwabing und hatte mich auch schon gefragt, wer Anni Albers war … gefragt und vergessen … danke für die Aufklärung!
    Viele Grüße aus der Monacensia!

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